Wir waren auf Fortbildung: Digitale Medien und unsere Kinder

Fortbildung Digitale Medien

Liebe Eltern,

letzten Samstag haben wir – Angela und Sabine – an einer Fortbildung zum Thema „Digitale Medien in der Kindheit“ teilgenommen, die vom Bundesverband für Kindertagespflege organisiert wurde. Wir haben viel Interessantes mitgenommen und möchten euch die wichtigsten Erkenntnisse gerne weitergeben.


📊 Was ist die miniKIM-Studie?

Im Mittelpunkt unserer Fortbildung stand die miniKIM-Studie 2023 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs). Diese repräsentative Studie befragte 600 Erziehende von Kindern zwischen 2 und 5 Jahren zu deren Medienumfeld und Mediennutzung – und die Ergebnisse haben uns sehr nachdenklich gemacht.

📱 Medien sind in fast allen Familien angekommen

Was uns besonders aufgefallen ist: Digitale Geräte gehören heute in nahezu jedem Haushalt selbstverständlich dazu:

GerätAnteil der Familien
Internet98 %
Fernsehgerät97 %
Handy / Smartphone95 %
Tablet72 %

Noch mehr überrascht hat uns, dass immer mehr Kinder bereits eigene Geräte besitzen: Der Anteil der Kinder mit eigenem Tablet stieg von 14 % (2020) auf 21 % (2023), beim Smartphone sogar von 4 % auf 10 %. Und das, obwohl wir von Kindern zwischen 2 und 5 Jahren sprechen!

📖 Was nutzen Kinder täglich?

Erfreulich fanden wir, dass Bücher nach wie vor das beliebteste Medium sind: 62 % der Kinder wird täglich vorgelesen. Danach folgen:

  • Hörspiele, Hörbücher & Podcasts: 37 %
  • Musik hören: 31 %
  • Streaming-Angebote (z.B. YouTube, Netflix): 21 %
  • Fernsehen: 14 %
  • Smartphone: 8 %

🧠 Bildschirmzeit und Sprachentwicklung

Besonders beeindruckt hat uns ein Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt, den wir in der Fortbildung besprochen haben. Ein australisches Forschungsteam der Universität Adelaide hat untersucht, was passiert, während Kleinkinder vor dem Bildschirm sitzen – und das Ergebnis ist eindeutig:

Jede Minute Bildschirmzeit geht auf Kosten von Eltern-Kind-Gesprächen. Kinder hören weniger Worte, sprechen selbst weniger und erleben weniger sprachliche Austausche.

Die Zahlen haben uns wirklich zum Nachdenken gebracht: Dreijährige, die täglich durchschnittlich 172 Minuten vor Bildschirmen sitzen, entgehen pro Tag mehr als 1.000 an sie gerichtete Worte von Erwachsenen. Selbst bei der von der WHO empfohlenen Stunde pro Tag entgehen den Kindern noch rund 400 Worte.

„Für die Sprachentwicklung von Kindern in den ersten Jahren ist es wichtig, in einer sprachlich reichen häuslichen Umgebung aufzuwachsen.“

JAMA Pediatrics, Universität Adelaide

💡 Was wir daraus mitnehmen

Wir möchten diese Erkenntnisse nicht als Mahnung verstehen – Medien gehören zum Alltag und das ist völlig in Ordnung. Was uns aber wichtig ist, weiterzugeben:

  • 👁️ Lieber gemeinsam schauen und dabei mit dem Kind sprechen, statt es alleine vor dem Bildschirm zu lassen
  • 🍽️ Bildschirmfreie Zeiten bewusst einplanen – besonders beim Essen und vor dem Einschlafen
  • 📚 Vorlesen, Hörspiele und gemeinsames Spielen fördern Sprache und Fantasie am nachhaltigsten
  • 💬 Kinder brauchen vor allem unsere Stimmen, unsere Zuwendung und echte Gespräche

🔗 Zum Weiterlesen

Falls ihr tiefer in das Thema einsteigen möchtet – diese aktuellen Beiträge fanden wir besonders lesenswert:

Wir freuen uns, wenn ihr Fragen oder Gedanken dazu habt – sprecht uns einfach an! 😊

Herzliche Grüße,
Angela & Sabine 🌟

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